Umbenennung des Fritz-Haber-Weg

Nobelpreis Chemie

Lüppo Cramer ( Karlsruher Liste ) und Erik Wohlfeil ( Piraten ) fordern in einem jüngst gestellten Antrag an der Gemeinderat die Umbenennung des Fritz-Haber-Weg auf dem Campus des KIT. Damit einhergehend solle eine „Ausradierung dunkler Historie aus dem Straßenbild“ stattfinden.

„Die Benennung der Straße entspricht nicht mehr heutigen Wertvorstellungen“. Grund hierfür ist, dass der Chemiker und Nobelpreisträger heutzutage nicht mehr für seine Verdienste in der Chemie sondern nur noch als „Vater des Gaskrieges“ bekannt ist.

Habers Versuche mit Phosgen und Chlorgas und der Einsatz von Giftgas im ersten Weltkrieg unter seiner Leitung gaben ihm diesen zweifelhaften Titel.

Trotz dieser, durchaus berechtigt, kritisierbaren Vergangenheit sollte man an dem Straßennamen festhalten. Geschichte lässt sich durch weglassen, ausklammern und verschweigen nicht mehr verändern. Sehr wohl aber durch Aufarbeitung verstehen.

Auch hätten wir von den etablierten Politikern ein wenig mehr Fingerspitzengefühl im Umgang mit dieser Thematik erwartet.

Den Ausdruck „Ausradierung dunkler Historie aus dem Straßenbild“ im Kontext mit einem jüdischen Chemiker zu nennen lässt nicht gerade auf große Geschichtskenntnisse zurück zu führen.

Immerhin floh Haber sogar direkt nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 nach England.

Er wird also quasi zum zweiten Mal gezwungen aus Karlsruhe zu verschwinden. Dieses Mal soll sogar die Erinnerung an in verbannt werden.

Vielleicht sollten sich die Herren von der KAL und den Piraten lieber mal etwas von unseren Parteikameraden aus Dortmund abschauen, die jüngst in einer Anfrage an den Dortmunder Stadtrat um die genauen Zahlen und damit Schicksale der in Dortmund lebenden Mitbürger jüdischen Glaubens baten.

Nur wenn wir uns immer wieder mit der Vergangenheit selbst konfrontieren, diese richtig verstehen und das erneute Aufkeimen jüdischen Lebens in Deutschland aktiv genauestens verfolgen, ist es vielleicht irgendwann wieder möglich, die „Erbschuld“ die auf uns Deutschen ruht, wieder von uns los zu sagen.

Darüber sollten sich die Herren Stadträte aus Karlsruhe vielleicht einmal Gedanken machen, anstatt von „dunkler Historie“ zu reden ohne vorher darüber nachzudenken, wem sie mit ihren Worten Salz in die nicht verheilten Wunden streuen könnten.

Die Rechte Karlsruhe

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